KW 45   06.11 - 12.11

Montag 6. November
Jetzt beginnt die letzte Woche meines fast dreimonatigen Aufenthaltes in Kentucky. Es wird auch langsam Zeit  zurueckzukehren, um wieder in das Leben in Dortmund einzusteigen. Es sind so viele Eindruecke auf mich eingestuerzt, dass
ich fast nichts Neues mehr aufnehmen kann.  Ich muss fuer mich einen Weg suchen, dieses alles zu verdauen und auszuwerten.

In den letzten Wochen habe ich Dinge verstaerkt wahrgenommen, die in der ersten Haelfte von mir so nicht bemerkt wurden: die vielen Unfaelle, Morde und Familiendramen.  Immerhin
zaehlt Louisville zaehlt zu den sichersten Staedten in den USA. (Das wird im Rahmen des Wahlkampfes natuerlich auch heftig bestritten)
Es nicht alles so glaenzend, wie es auf den ersten Bick scheint.  Der zweite Blick  zeigt oft, dass es hinter Oberflaeche bruechig ist. Man sieht ja auch hauefig einem Gebaeude nicht von aussen an, was sich darinnen verbirgt, wie es innen aussieht.
Auch weiss man nicht sofort , was sich in einer Partei, einer Gemeinde, einer Kirche abspielt. Manchmal kommen die erschreckenden Wahrheiten ganz ploetzlich heraus. (Da war etwas mit einer ganz grossen Kirche, wo der Gruender seine sexuellen Verfehlungen eingestehen musste- gegen die er so heftig gepredigt hatte)
Ich glaube, die amerikanische Gesellschaft kann nicht gut verzeihen.

Ich habe in der Zeit nicht soviel von den USA oder von Kentucky gesehen. Das war auch  nicht der Hauptsinn des Besuches. Ich glaube, wenn man nur drei Wochen Zeit  hat, dann bemueht man sich viel mehr Ziele zu besuchen.

Der Besuch des Lakeside swimcub ist erfolgt, Informationsmaterial werde ich mitbringen, das Weitere muss dann von Seiten des SV-Derne erfolgen. Am Nachmittag traf ich mich mit Terry zu einem Essen und interessanten Gespraechen.



Dienstag 7. November
Heute  ist der Tage der  Wahl/ der Abrechnung/ der Bestaetignung - je nach Neigung.  Am Abend wird dann nach und nach klarer werden, wer die Macht im Congress und im Senat hat. Die Demokraten sind sehr zuversichtlich, dass sie zumindest im Congress eine Mehrheit bekommen um damit die Regierung zu kontrollieren. Es geht um die Macht im Weissen Haus zwei Jahre vor der  Praesidentenwahl. In den letzten Tagen haben beide Parteien ganz heftige Werbespots im Fernsehn laufen lassen und auch heute wird bis 6.00 pm/9.00 pm geworben - dann schliessen die Wahlokale.
Was da an Schmutz  uebereinander ausgegossen wird, ist ungaublich. Auch spricht man davon, dass in keinem Wahlkampf in der Mitte der Regierungszeit, soviel Geld fuer Werbung ausgegeben wurde.

Ich bin mir sicher, es wird ein ganz spannender Abend im TV.

Heute war das letzte Mal fuer mich die Teilnahme am Bibelstudy der Pastoren, diese Runde werde ich wirklich vermissen.
Am ersten Dienstag im Monat it unch in Hazelwood mit einigen Pastoren, auch da gab es einen herzlichen Abschied.
Nachmittags war ich dann in Bobs Haus und blieb dort auch zum Abendessen. Sandy hatte ein wunderbares Essen gekocht.

Es ist etwas geschehen, mit dem nicht so gerechnet wurde: In Kentucky 03  hat John Yarmuth (Demokrat) sich gegen die Amtsinhaberin Anne Northup (Republikanerin) durchgesetzt. Mein Gefuehl hat mch nicht getaeuscht, vielleicht haette ich doch mit Kathy wetten sollen. In Ohio ist  der Demokrat S. Brown zum Senator gewaehlt worden. Es koennte den Demokraten wirklich gelingen, den Wechsel in Washington herbeizufueren.
Der Abend erinnerte an die guten alten Wahlabende......


Am Abend des 7.November 2006 in CNN


Mittwoch 8. November
Die Auszaehlung geht weiter, denn im Senat steht 49 zu 49 und zwei Plaetze sind umstritten und werden nachgezaehlt.
Im Congress ist die Mehrheit fuer die Demokraten klar.

Renntag in Churchill Downs (Firmen laden Geschaeftsfreunde in die gemieteten Raeume ein, um am Renntag teilzunehmen und bei Essen und Trinken Kontakte zu pflegen)  
Es war eine Welt, die ich sonst
nicht so sehe.

Ein gemuetlicher Raum im 5 Stockwerk (Finish Line Rooms) , Essen und Trinken stehen bereit


Anzeige eines Rennens.


Kurz nach dem Start

Aber ein Besucher kannte sogar Dortmund, wusste von der Weltmeisterschaft im Fussball.

Pferd mit Besucher aus Deutschland.

Die Rede von Pres. Bush begann mit der Mitteilung, dass Verteidigungsminister Rumsfeld sein Amt aufgeben wird. Das wurde allgemein mit Verwunderung aufgenommen. Auc die Miteilung, dass der Presidaent ueber den Ausgang der Wahl ziehmlich enttaeuscht war, konnte gut nachvollzogen werden.

W.O.W  Wisdom on Wednesday Abendessen und anschliesender Vortrag. Da es ein medizinischer Vortrag war, habe ich (aus sprachlichen Gruenden) auf eine Teilnahme verzichtet .

Gemeinsames Essen in der Halle.



Donnerstag 9.November
Am Vormittag habe ich im Cafe "Douglass Loop" die Seiten aktualisiert. Ich musste mich ein wenig beeilen, denn der Ausflug zu  Crosbys Cabin* (Cub Run 80 Miles suedlich von Louisville, am  Nolin
River Lake) stand an. Sharon holte mich von meiner Unterkunft ab. Das Wetter an diesem Donnerstag war wieder einmal  höchst sommerlich-in Kentucky wechselt das Wetter eben sehr schnell.  *Huette, Wochendehaus
Doch vorher stand der Besuch der Mammoth Cave auf dem Programm. Das ist ein gewaltiges Hoehlensystem in Kentucky, es ist Nationalpark. Frueher waren die Hoehlen in Privatbesiz, der Staat hat einiges gekauft und es gibt die verschiedensten gefuehten Touren durch einen Teil des Hoehlensystems.


Dieses System ist durch Auswaschungen im Kalkstein entstanden, der green River hat das in vielen Jahren vollbracht. (Die Leute aus Hemer im Sauerland kennen so etwas: Das Felsenmmeer ist ein solches Hoehlensystem gewesen, das aber dann zusammengestuerzt ist.)

www.mammothcave.org

Es war eine kleine Tour, 2 Stunden und ca.1 Mile des Weges durch die Hoehlen. Der Einstieg fuehrte ueber ein 300 stufige Treppe in die Tiefe schmale Stufen, glitschig und manchmal hoecht eng.

Der Eingang zur Hoehle


300 Stufen, Kopf einziehen



Die gefrorenen Niagarafaelle in der Hoehle.

Chuck und Nancy waren mit auf der Tour und auch spaeter mit in der Cabin.
Am Abend gab ein kleines Feuer , in dem diese beruehmten Marsh Mellows gegrilt wurden. Die heissen Dinger werden dann zwischen zwei Schokoladenkekse gepresst  und gegessen.

Die weissen Punkte sind die Marsh Mellows

Und dann wurde Uno gespielt, ein international bekanntes Spiel mit Zahlen zwiscen 0  und 9 und einigen kleinen Gemeinheiten.



Freitag 10. November
Am Morgen sah ich mir ein wenig die Gegend an. Der  See wird im Winter zu einem grossen Teil trockengelegt, so dass dort aufgeraeumt werden kann und fuer die Fruehjahrsregen genuegend Platz ist. Dieser See ist  kuenstlch angelegt worden. Das geschah im Rahmen des staatlichen Arbeitsprogrammes in der Depressionszeit.



Fuer einen 10. November war es ein herrlicher Sonnentag.


Auf dem Rueckweg nach Louisville besuchten wir noch den Park Bernheim Forst, dort besonders den neuen canopy tree walk.
Das ist eine Bruecke, die in die Baumwipfel fuehrt. (www.bernheim.org)

Canopy Tree Walk  in Augenhoehe mit den Baumwipflen - am Ende der Bruecke ist man gut 22 m ueber dem Erdboden.

Ganz in der Naehe dieses Park liegt die Jim Beam Distillery. Dort gibt es ein Besucherzentrum, in dem ein Film ueber  die Geschichte der Jim  Beam Distillery zu sehen gibt. Man kann sich auch ein wenig auf dem Gelaende umsehen .

Auch das muss sein.


In diesem Gebaeude lagern 20,000 Faesser mit Jim Beam (jedes Fass fasst 53 gallonen). Der Whiskey ruht hier in Eichenfaesser, die innen angekohlt sind. Im Laufe der Jahre - je laenger, desto bessser- wird der Whiskey fermentiert und bekommt sein Aroma und seine Farbe. Die Faeser werden in einem bestimmte Schema bewegt, so dass ein gleichmaesiger Reifeprozess gewaehrleistet wird und Jim Beam wirklich Jim Beam ist.


Im Laufe der Jahre  geht ein Teil von der urspruenglichen Menge verloren.
Der Verlust wird  der "Anteil der Engel" genannt- als Dank/Lohn fuer den guten Schutz der ruhenden Faesser.



Es gab auch eine kleine Kostprobe,


danach sah das Pferd ziemlich bunt aus.


Samstag 11.November
Heute ist der Veteransday.  Wieder einmal hat das Wetter gewechselt ,in nass und kalt, typisches Novemberwetter.  Das ist schon ein wenig Einstimmung auf die Rueckkehr und Gewoehnung an das deutsche Klima. Mit Terry habe ich mit zum Mittagessen verabredet. Wir sind zum Doe Run Inn in Brandenburg gefahren. (www.doeruninn.com)

Nur schnell ein paar Eindruecke von dieser alten Wassermuehle.

Altes Haus mit aircondition


Historischer Rest im Keller


Einen schoenen Tag wuenscht die Bank.


Das Kofferpacken steht bevor- eigentlich muesste es ja enfacher als bei der Hinreise sein.
Man braucht ja nur alles wieder in die Koffer packen und fertig - aber wer weiss das schon so genau.

Ja, es passt alles rein und sie sind auch tragbar.


Doch hier zunaechst die Einloesung eines Versprechens (siehe25.8.2006). Das ist der Platz auf dem Col. Sanders (KFC) gesessen hat.
col sanders platz
Hier sass einst der Gruender von KFC.


Sonntag 12. November
Um 10.30 war der Gottesdienst in dem ich mich verabschiedet habe. Es ist unglaublich, dass diese knapp drei Monate wirklich schon rum sind. Sie schienen doch so unendlich lang und doch waren sie kurz. Jeden Tag gab es irgend etwas Neues. An manchen Tagen war es richtig anstrengend. Aber nach drei Monaten ist es notwendig, wieder in das Arbeitsleben einzusteigen, um die Erfahrungen und Erlebnisse behutsam in die deutsche kirchliche Wirklichkeit umzusetzen.(Was aber gar nicht so einfach ist  25.3.2007)

Ich bedankte mich fuer alles, was ich in der Gemeinde, mit der Gemeinde erleben konnte und ich versprach wiederzukommen. Denn es ist  gut, in einer Stadt Freunde zu haben. Dann ist es kein Weg in die Fremde mehr. Ich war erstaunt, wie eng die Verbindungen in den Monaten geworden sind. Ich gehörte zur Gemende dazu.



Der Gottesdienst  hatte einen besonderen Schwerpunkt : die Gemeindemitglieder  erklaerten , welchen Betrag sie im naechsten Jahr fuer die Gemeinde geben werden. Daraus wird dann der Haushaltsplan fuer 2007 aufgestellt.



Nach dem gemeinsamen Essen machte ich einen kleinen Spaziergang in der Nachbarschaft der Kirche - das hatte ich bis jetzt nicht getan


Am Nachmittag fand ein Konzert der "Joyous Singers" in der Kirche statt.  Es war ein Konzert mit patriotischen Liedern, Einzug der Fahne, Pledge to the flag und Singen der Nationalhymne. Gestern war der Vetereansday .

Die Fahne zog ein (presentation of the colours)


Titel des Konzertes: The Dream Of Freedom



Hier ist jetzt  8:00 pm, das heißt 2.00 Uhr in  Deutschland.  Es war eine schoene Zeit in Louisville und in den USA . Herzlichen Dank .


kw 45 12.11.2006
rev 25.3.2007