KW 36   04.09 - 10.09

Montag 4.9 (Labour Day)
Heute war Labour Day, gemeint ist das genaue Gegenteil - viele brauchten heute nicht zu arbeiten. So etwas wie der 1.Mai, der Tag der Arbeit.
Es gab also ein sehr langes Wochenende (Sa,So,Mo). Viele Familien nutzen es zu einem Picknick. Man faehrt hinaus in Parks und grillt dort - das scheint eine Tradition zu sein.

Ken lud seine Familie, seine Eltern und seinen Bruder mit Familie zu einen Cook-out in den Country-Club ein. Ich war wie selbstverstaendlich eingeladen.  Es gab ein Buffet unter freiem Himmel, Getraenke und Gespraeche und zum Abschluss ein ordentliches Feuerwerk. 
Dieser Country-Club hat ca. 400 Familien als Mitglieder, er hat einen grossen Golfplatz, ein Schwimmbad , Tennisplätze und ein sehr schoenes Clubhaus. Benutzen koennen diese die Mitglieder und deren Gaeste.
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Dienstag 5.9
Der Tag begann (nach dem Fruehstueck) mit der woechentlichen Bibel-Study-Runde der Pastoren, in der viel Humor aber auch
viel Ernsthaftigkeit die Bibeltexte fuer einen der folgenden Sonntage besprochen wurden. Ich fuehle mich in dieser Runde schon "wie zu hause", anscheinend sprechen sie auch nicht mehr so schnell wie beim erstenmal.

Bis zum naechsten Termin, einem Lunch mit Pastoren einer Einrichtung für Menschen mit Behinderungen, war ein wenig Zeit, die in "Lynnhurst" verbracht wurde. Bob hatte einiges zu erledigen.
bob
Pastors Office

office
Die Gemeindesekretärin druckt gerade den monatlichen Gemeindebrief, der an alle 388 Gemeindemitglieder verschickt wird.

Bei dem folgenden Lunch hatte ich sehr viele Fragen zu beantworten, es besteht ein grosses Interesse an Informatonen aus Deutschland, zur Kirche, zur Gesellschaft. Es ist erstaunlich, was man mittlerweile alles beantworten kann - ohne mich mit einer Uebersetzung aus dem Deutschen aufzuhalten - Sprache ist Sprechen. Mit dem Schreiben ist es etwas schwieriger, aber da habe ich eine gute Lehrerin.

Nach dem Lunch besuchte Bob mit mir  Mike vom "South Louisville Community Ministeries", das ist  vergleichbar mit einen Sozialpfarramt mit angeschlossener Sozialarbeit. Beduerftige (das sind durchaus auch Menschen mit Arbeit, die aber nicht genug fuer den Lebensunterhalt verdienen -working poor-) koennen hier Lebensmittel und Kleidung, Schulmateral und auch Geld erhalten um z.b. Stromrechnungen zu bezahlen.Ausserdem bekommen Schulkinder ein Mahlzeit und erhalten Hilfe bei den Hausaufgaben.(Eltern koennen ihnen nicht helfen, weil sie kei Englisch sprecehn.)
Getragen wird diese Einrichtung von vielen Kirchen und wird unterstuetzt von staatlichen Stellen. Gemeinden sammeln Geld und Lebensmittel, Geschaefte spenden Lebensmittel., Gemeindemitglieder helfen als Freiwillige.
Weitere Informationen in englischer Sprache www.slcm.org.
Das Stadtgebiet von Louisville ist in verschiedene Bereiche eingeteilt, fuer die entsprechende Organisationen zustaendig sind.
Viele der Arbeit wird von Freiwilligen geleistet, manche Schulen verlangen Nachweise ueber freiwillige Arbeit in sozialen Einrichtungen fuer einen Abschluss.

mike vom SlCM
Michael vom SLCM in seinem Office

freiwillige
Freiwillige Helferinnen in der Ausgabe von Lebensmitteln und Kleidung.
Die aeltere Dame arbeitet seit mindestens 20 Jahre freiwillig in dieser Einrichtung.

Auch in diesem reichen Land gibt es viele soziale Probleme, selbst wenn die Arbeitslosigkeit laengst nicht die Hoehe wie in Deutschland erreicht hat.

Doch nun zu etwas anderem. Die Saison neigt sich dem Ende zu. Die Freibaeder schliessen. In Louisville gibt es ein besonderes Freibad "Lakeside". Das ist ein ehemaliger Steinbruch, der zu einem Freibad ausgebaut wurde. Es  gehoert einen  Club und man Mitglied in diesem Club sein, um es zu benutzen. Am meinem ersten Sonntag durfte ich in diesem Bad schwimmen -als Gast der Gastgeber. Das war schon irre, dort im Wasser zu schwimmen, den Jetlag noch in den Knochen.
lakeside
So sieht das aus, dort haben auch Olympioniken trainiert.  Lakeside Pool, Louisville

Heute am 5.9. wurde geschlossen, denn so langsam wird es Herbst.  Aber zum Abschluss gibt es einen absoluten Knueller (Klaus vom SV Derne aufgepasst !)

doggies

Jawohl , Hundeschwimmen. Das sind keine Seehunde, sondern ganz wasserfeste Vierbeiner.

Die durften sich heute austoben, allerdings hoechstens dreizehn Hunde gleichzeitig fuer ca 20 Minuten. Wie ich das so beurteilen kann, hat das denen das Schwimmen ziemlich viel Spass gemacht.

That´s America.


Mittwoch 6.9.
Heute war ein etwas anstrengender Tag. Am Vormittag der Besuch des Boards des Kentucky Council of Churches, eines Zusammenschlusses von vielen Kirchen in Kentucky. Dieses Treffen diente auch zur Vorbereitung des jährlichen Meetings im Oktober. Bob holte mich ab und wir fuhren nach Bardstown. Als Gast durfte ich dann den 85 Psalm in Deutsch und Englisch lesen. Auch zwei Vorlagen wurden besprochen.

Bei der Kirche war auch ein Friedhof, so wie er in Amerika ist.
friedhof
Amerikanischer Friedhof  in Bardstown

meeting
DasTreffen fand in der Sporthalle der Kirche statt.

Der Rückweg erlaubte ein paar Bilder der Landschaft in Kentucky.
courthouse
Das ehemalige Court (Gericht) in Bardstown. Es lag in der  Mitte der Stadt.

landschaft
Ein Blick in das Land von Jim Beam.

Am Abend erfolgte der Vortrag über Kirche in Dortmund/Deutschland in Lynnhurst. Das war verbunden mit einem pot luck dinner- die Besucher brachten etwas mit.

pot uck
Die Sporthalle der Kirche ist Ort des Geschehens.

pot luck
Die Zuhörer waren sehr aufmerksam und stelllte eine Menge Fragen. Auch hier ist das Interesse an Deutschland gross.

An der Wand sind einige Bilder aus Dortmund-Scharnhorst zu finden. Ein Pastor im Ruhestand war einmal in Dortmund-Benninghofen gewesen. So klein kann die Welt sein.

Eine weitere Frage fand ein Antwort: Was macht Mrs. Moneypenny (die Sekretaerin von M) noch sonst so ,bzw. falls sie ihren Job beim MI6 mal aufgibt ? Die Antwort ist hier: Sie eroeffnet einen Hardwarestore in Louisville ( vielleicht sogar gemeinsam mit James ?)
moneypenny
Nichts  als die reine Wahrheit - denn Fotos luegen nicht

Donnerstag 7.9
Herzlichen Glueckwunsch Rudi - der richtige Rudi weiss, dass er gemeint ist. Hier folgt gleich ein Bericht über eine Radtour nach Downtown Louisville. Vorher muss ich allerdings ein wenig ausruhen. Dann kommen manchmal gute Ideen naemlich die einer Bilderserie (Kostet zwar Speicherplatz - aber was solls- noch ist genug da !)
Viel Vergnuegen beim Ansehen.
Zur Stadt Louisville ,Kentucky (es gibt in anderen Bundesstaaten gleichnamige Staedte) steht auch in der Wikipedia nicht viel. Louisville liegt an den Ohiofalls, einem Wasserfall im Fluss. Das war fuer die Schifffahrt sehr aergerlich, denn die ganze Ladung musste vom Schiff runter und  auf dem Landweg zu einem anderen Schiff gebracht werden. Das aber  der Grund dafuer, dass die Stadt Louisville entstand. Nach dem Zusammenschluss mit dem Jefferson County ist sie die groesste Stadt Kentucky, Lexington folgt auf Platz zwei. (Kurzfassung der Stadtgeschichte)



Freitg 8.9
Heute abend geht es aufs Oktoberfest einer deutsch-amerikanischen Gesellschaft. Ich bin schon gespannt darauf.

Man kann hier wirklich wunderbar mit dem Fahhrad fahren. Das hatte ich so nicht erwartet. Es gibt Hinweise auf Radwege, der Verkehr ist nicht ganz so hecktisch wie bei uns, die Strassen sind breiter, da macht man als Autofahrer einen groesseren Bogen um die Radfahrer. Auf einem Schild war deutlich geschrieben: Radfahrer haben die gleichen Rechte und Pflichten ! Allerdings sind manche Radwege/Buergersteige in einem schlechten Zustand, mit Loechern und vielen Kanten- da muss man schon auf die Strasse ausweichen.

Heute habe ich eine zweite Tour gemacht, zunaechst in den Cherokee-Park, dann in den Seneca-Park (Peter, du wuerdest hier den ganzen Tag im Park fahren koennen und es wahrscheinlich auch tun). Ueber eine Hauptstrasse (Lexington Road) radelte ich dann wieder in die Innenstadt, um den "River Walk" zu finden, einem Weg am Fluss, der  ueber die Geschichte der Flussschifffahrt erzaehlt.

stein
Menschen an Fluss

alte Hebbruecke
Alte Hebebruecke(als Eisenbahnbruecke im Betrieb)

Mark Twain
Daher hat er seinen Namen, nach einer Tiefenangabe der Lotsen auf den Fluessen. An anderen Stellen auf diesem Weg sind die unterschiedlichen Schiffe aufgezaehlt , die transportierten Waren, die unterschiedlichen Berufe am Fluss.  Ein wunderschöner Rad und Fussweg.

er =
Samuel Langhorne Clemens (* 30. November 1835 in Florida, Missouri; † 21. April 1910 in Redding, Connecticut)

Ein Blick mit Google-Earth auf  Louisville.
downtown


Doch zum Schluss nun endlich mal ein Bild von Gina, meiner guten Freundin in den USA. Wir haben uns vor gut  zweieinhalb Wochen kennengelernt.


Samstag, 9.9
Nicht nur in Scharnhorst toben die Feste an diesem  Wochenende, sondern auch hier in Louisville. Auf der Baxter Avenue gab es das "Original Highlands Art &Musicfestival", ein Strassenfest mit Musik , Speis und Trank. Ich war Beginn da, als es sich zu entwickeln begann. Das Wetter war prima, die Getraenke kuehl.

piper
Der Schotte rockt

leieterwagen
Feuerwehrwagen mit 100 fuss (30 m) Leiter

strassenfest
Es beginnt so langsam

John Yarmuth
John Yarmuth, Kandidat der Demokraten für den Congress (Wahlen sind am 7.November)

Daniel Boone
Der Frontier (Grenzer) Daniel Boone (mehr über ihn findet ihr in der wikipedia )

Abends gab es eine kleine Party der Sonntagsschulklasse bei Bob- wie das eben so ist. In die Sontagsschule gehen nicht nur Jugendliche sondern es gibt auch die Erwachsenenklassen.


Sonntag ,10.9
Es ist der vierte Sonntag für mich in Louisville.Heute ging es zu St.Johns einer großen alten  Kirche in der Market Street .Heute wurde an die Errichtung des Gemeindehauses (parish hall) vor 100 Jahren gedacht. Im Gottesdienst wurde das apostolische Glaubenbekenntnis und das Vater Unser in deutsch gesprochen, außerdem wurde das Evangelium in deutsch und in Englisch gelesen. Diese Kirche geht- wie so vieles in USA- auf deutsche Einwanderer zurueck. Es gab auch eine ganze Zeit lang, Gottesdienste in deutscher Sprache, aber die Menschen, die Deutsch sprechen wurden immer weniger. Und es lernen auch nur eine kleine Anzahl Deutsch in der Schule.
st. john
St.Johns UCC
gewand
Es ist üblich, dass die am Gottesdienst beteiligten Personen (Chor, Altardiener) ein (Mess)Gewand tragen.

diner
Nach dem Gottesdienst  wurde das Haus erneut seiner Bestimmung uebergeben.
tafel

Danach gab es ein "German Dinner" mit Sauerkraut  und Kartoffelbrei, grünen Bohnen und Schweinebraten, dazu Tee und Limonade.

 john und ich
Zum Beweis, dass ich den Anzug auch trage. Im Hintergrund der Turm von St. John.

Aufstehen
"Wenn du meinst, das Aufstehen am Sonntag Morgen sei schwer,
dann versuch mal von den Toten aufzuerstehen."


Auf gehts in die 37. Wochen von 2006. Die beginnt mit einem gewichtigen Datum. Es ist der 5.te Jahrestag des 9/11.

10.9.2006
rev 25.3.2007