KW 34   21.08 - 27.08
Montag 21.8
Wer haette das gedacht , dass jetzt schon eine neue Woche begonnen hat - eine neue Woche in Amerika. Heute war ein ruhiger Tag, mit ein wenig Spazierengehen, Einkaufen um dem Besuch eines Baseballspieles (Louisville Bats gegen die Richmond Braves).Die Nationalhymne Amerikas wurde gespielt - und alles erhob sich, alles andere wurde unterbrochen, bis die Hynme beendet war.
Das Spiel habe ich leider noch nicht verstanden, auch wenn mir Rick und Luke versuchten alles genau zu erklaeren. (Versuch du mal einem Nicht-Fussball-Fan das Abseits zu erklaeren..)
Es war ein schoener Abend- er war wirklich wirklich!
Wichtig ist, das es seit heute einen guten Zugang zum Internet gibt und damit die Berichterstattung etwas einfacher wird.  Fotos habe ich auch schon gemacht, aber noch nicht bearbeitet. Nur Geduld, bald kommen sie.
 
Es gab aber schon ein wenig Heimweh - heute abend sah ich im Stadion einem Flugzeug nach. Doch mein Sitznachbar Rick verwickelte mich in ein Gespraech, da waren die Gedanken gleich wieder woanders.

Auch in Amerika muss man mal schlafen, darum  The End.


Dienstag 22.8
Ich habe sehr gut geschlafen, der Jetllag ist ueberwunden. Gestern habe mit meinen Gastgebern eingekauft, so dass ich mir meinen Tee machen kann. Das Fruehstueck, das ich mache ist noch recht deutsch, aber es muss ein wenig schnell gehen. Bevor ich zum Treffen mit einigen Pastoren der UCC fahre- sie besprechen die Bibeltexte fuer den kommenden Sonntag-, will ich noch kurz die emails anschauen. Herzlichen Dank fuer alle netten Gruesse.
Es war ein spannendes,ernstes und zugleich heiteres Gespraech in das auch ich miteinbezogen wurde und es ging ohne Probleme, sie verstanden mich und ich verstand sie.  Veilleicht sollte man solche Gespraeche oefter im Kreis der Kolleginnen und Kollegen führen. 
Der Pastor der Salem Kirche zeigte mir die Kirche , ein schoener, moderner Bau.

Etwas ist mir aufgefallen: Es ist nirgends ruhig, immer sind hier Geraeusche. Innen sind es die Luftstroeme der Klimananlagen und draussen machen die Zikaden einen grossen Laerm.
Bob fuhr mich zurueck zu den Richmonds. Heute Abend gehe ich dann zu einem church committee  für Erziehung.
Vorher war ich noch zu einem Besuch bei einer Familie eingeladen, Mitgliedern dieser Kirche. Da habe ich dann eine Fahrt mit einem Oldtimer (Modell Ford A) machen duerfen.
In wikipedia gibt es einen netten Artikel zum Ford Model A

Ford Modell A

Nur fuer das Foto sitze ich am Steuer, keine Angst.

Ford Modell A

So steht das Prachstück in der Garage.

Mittwoch 23.8
Zuerst wollte ich ja gar nicht dorthin, weil ich dachte das wäre ein Vergnügungspark wie Phantasialand. Aber meine Gastgeber erkllaerten mir , dass "Kentucky State Fair" DAS Ereignis ist, welches man auf keinen Fall verpassen sollte. Ein Rummel ist auch dabei, aber in den Hallen findet eine Verbraucheraustellung statt (fuer die Dortmunder: So etwas wie der Dortmunder Herbst, aber mit  Pferden, Kuehen, Schafen und doppelt so gross). Daneben gibt es Wettbewerbe in dn verschiedensten Kategorien: Fotos, Bilder, Handwerk, Kuchen, Mahlzeiten- alles  was man sch vorstellen kann. Es gibt Vorführungen, richtige Shows wie ein Schweinrennen, Stuntvorführungen, ein Holzfaellerwettewerb, Veranstaltungen fuer Kinder.
Ausserdem stellen sich die einzelnen Counties vor, Geheimdienst (!) ,US-Army sind praesent und werben fuer sich. Da das Eintrittsalter beim secret service auf 37 Jahre begrenzt ist, kam ich nicht Versuchung...

Essen und Trinken selbstverstaendlich , bei dem heissen Wetter wurde eine ganze Menge gegessen.   Als wir uns dann in einem Esszelt niederliessen, um eine Kleinigkeit zu essen,  fragte eine Frau neben mir: "Kommen Sie aus Deutschland ?" Sie selbst lebt seit langer Zeit in den Staaten, aber hat ihren fraenkischen Akzent nicht verloren. So klein kann die Welt sein. Sie gehoert zu einer Kirche, die deutsche Wurzeln hat. Vielleicht ergibt sich da ein weiterer Kontakt- dank email und Internet.
Ungefaehr 7 Stunden sind wir ueber diese Messe gewandert, vermutlich war ich mueder als meine Gastgeber.

Hier ein paar Bilder von diesem Tag
Kentucky state fair
Eingang

blechmann
Handwerksauststellung

quilt
Ein kunstvoller Quit

smokey
Smokey (gegen das Rauchen im Wald)

155 pfund Melone
Leistungschau 155 Pfund Melone

schweinerennen
Schweinerennen (Erinnert an den tollen Bomberg)


crazy cowboys
Die Westernshow

stunts
Stuntvorfuehrung mit Skateboard

lumberjack
Die Holzfaeller (Lumberjacks) auf wackligem Grund

freddy
Es gruessen herzlich Freddy (Farm Bureau) und Dietmar. Freddy spricht auch Deutsch - ich habe mich mit ihm unterhalten.

Donnerstag 24.8
Ich habe heute morgen verschlafen, weil ich den Wecker nicht gestellt habe. Sonst bin ich ein paar mal aufgewacht. Es kann natürlich auch sein, dass der Kentucky State Fair  mich doch sehr ermuedet hat.
Nach dem ueblichen Lesen der emails- eine fantastische Sache dieses Netz- gab es heute Mittag das Lunch der Pastoren der UCC Kirchen. Man traf sich in einem Krankenhaus, holte sein Essen aus der Kantine und es bestand die Gelegenheit zu einen Austausch ohne feste Tagesordnung. So konnten Kollegen sagen, was sie besonders bedraengt und belastet und die anderen konnten versuchen Hinweise und Erfahrung beizusteuern. Geteiltes Leid ist wirklich nur halbes Leid.

Am Nachmittag traute ich ich dann auf das Fahrrad und fuhr einkaufen zu Kroger, einem der vielen Einkaufszentren. Gut , dass ich den Rucksack eingepackt habe, denn damit kann doch ein wenig transportieren - ein wenig Joghurt, ein wenig  Ravioli, ein wenig Bier, ein paar Chips. Bei groesseren Einkaeufen wuerde Janice mich mit dem Auto dahin fahren. Der Verkehr ist auf den Hauptstrassen doch ganz schoen dicht, trotz der breiten Strassen, manche Kreuzungen sind unuebersichtlich und manches ist mir auch noch unverstaendlich.
Es ist erlaubt bei Rot abzubiegen, es sein denn es ist ausdruecklich verboten. An vielen Strassen stehen vier STOP-Schilder, so das man sich einigen muss. Aber es kommt wohl nur selten vor, dass wirklich vier Autos gleichzeitig die Kreuzung erreichen.

Woran ich mich noch nicht gewoehnt habe, ist das Geraeusch der aircondition- es ist ueberall und du kannst ihm nicht entkommen.

Es ist jetzt schon eine Woche um, und diese Woche war wirklich erlebnisreich. Aber eine Erkenntnis gibt es schon: fertige Loesungen zum Mitnehmen gibt es nicht. Doch vielleicht gibt es viele Hinweise auf Wege, um zu Loesungen zu kommen

atwork
here you see a man at work !


Freitag 25.8
Was muss ich da heute hoeren ? Ich schreibe zu wenig ?  Sorry, man tut halt was man kann und alles kann ich wirklich nicht aufschreiben.. Heute war ein ruhiger Tag. Ich wollte heute Morgen eine Radtour mache, da fragte Janice, ob ich mit nach downtown Louisville kommen wollte - ein paar Bücher wegbringen.
Da gab es wieder viel zu sehen und wenig zu schreiben. 
Darum folgen jetzt ein paar Bilder aus Louisville:
kirche
Ein der vielen Kirchen in der Stadt

skyline
Auch hier gibt einen Brodway, im Hintergrund eine Bruecke ueber den Ohio.

belle louisville
Ein alter Raddampfer auf dem Ohio

911
Auf einen Friedhof sind Opfer des 9-11-01  beerdigt.  Sie stammen aus Louisville.

sanders
Col. Sanders sagt vielleicht nicht jedem etwas. Kentucky Fried Chicken schon eher.
Col. Sanders ist der Gruender dieses Unternehmens. Er ist in Louisville gestorben.
In dem Haus , in dem ich zur Zeit leben darf, war Col. Sanders einmal zu Gast.
Ich werde euch demnaechst den Platz zeigen, auf dem er gesessen hat.

Samstag 26.8
Heute habe ich eine schoene Anregung bekommen, die sich ganz leicht umsetzten laesst.
Ein bischen Farbe und schon ist ein draengendes Problem geloest.
pastors Parkplatz
Schluss mit der Suche nach dem Parkplatz.

Sonntag 27.8
Leider  habe ich noch so meine Probleme mit der aircondition. Trotz Ohrstöpseln fiel das Schlafen ein wenig schwer.  Ich muß meinen Ohren noch beibringen, diesen Sound nicht mehr wahrzunehmen.  Gut das der BVB wenigstens gewonnen hat. Nach dem Aufstehen fiel mir ein, dass ja das Rennen startet, dank Live-Ticker konnte ich die Spannung mitbekommen. Was mich aber dann doch sehr mitnam, war die Meldung von dem Flugzeugabsturz  bei Lexington der zweitgroesten Stadt in Kentucky und nur  74 Miles (119 km) entfernt.  Fliegen ist gefaehrlich - wie das Autofahren auch. Aber es war keine anonyme Meldung, die weit weg ist, sondern  so unmittelbar in der Naehe.

Sonntag ist der Tag des Kirchgangs - auch wenn er  hier zumeist per Auto erfolgt. Denn die  Mitglieder der Gemeinde sind über die ganze Stadt verstreut und treffen sich zum Gottesdienst.  Vorher allerdings ist die S
unday school , aufgeteilt in verschiedene Klassen nach Alter. Es sind also nicht nur Kinder, sondern auch Erwachnsene, die sich vor dem Gottesdienst für eine knappe Stunde treffen, um über einen Bibeltext zu sprechen. Ich war heute bei den jungen Erwachsenen. In den USA gibt es keinen Religionsunterricht an den Schulen,  so müssen  die  Kirchen eben selbst für die Verbreitung des Wissen ueber die Bibel sorgen !

Nach der Sunday school ging es dann in den Gottesdienst. I
Ein paar Dinge sind etwas anders als bei uns:
Im Gottesdienst wurde die langjaehrige Chorleiterin unter Traenen verabschiedet.

Am Nachmittag gab es eine Einladung zu einen "open house"  anlaesslich einer goldenen Hochzeit.  Ein kleine Party von 2 bis 5 Uhr, ganz locker mit einem kleinen Imbiss und der Gelegenheit zu vielen Gespraechen. Einige, die ich Morgens im Gottesdienst getroffen habe, waren auch am Nachmittag da. Gemeinde - das ist wie eine grosse Familie.

Viele Fragen gab es zu beantworten - es besteht ein grosses Interesse an Meinung und Gedanken, auch an kritischen Anmerkungen zb. ueber die Unmengen an Abfall, zumeist aus Plastik, die ueberall anfallen, beim Einkaufen, beim Essen. usw. Vielen ist ganz klar, dass das ein Problem ist, aber .... was tun ?

Heute ist bereits der zehnte Tag der Reise und jeder Tag war voller Ueberraschungen und neuer Erfahrungen.

PS fuer die Scharnhorster : Beim Schreiben hoere ich den IGBCE Seniorenchor, es ist gut ein Stueckchen "Heimat" in der Ferne dabei zu haben.

kw34/2006
rev 25.3.2007
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